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YZF-R3 Testbericht

YZF-R3

Die erste Generation der Yamaha YZF-R3 war ein durch und durch braves Motorrad, das dank seinem drehfreudigen Motor für viel Freude im Sattel gesorgt hat. Jetzt schlagen die Japaner in Blau einen neuen Weg ein, indem man dem kompakten Zweizylinder-Supersportler ein neues Fahrwerk und eine sportlichere Sitzposition verpasst, während die Optik gleichzeitig deutlich aufgefrischt wird. Wir testen die Yamaha R3 auf der Landstraße und der Rennstrecke - ein Sieg für die Japaner?

Die Yamaha YZF-R3 als wirklich neues Motorrad zu bezeichnen, wäre wahrscheinlich eine Übertreibung. Die erste Generation aus 2015 war bereits ein sehr kompetentes Motorrad, das aufgrund seiner guten Basis häufig als Rennmotorrad verwendet wurde. Da die Konkurrenz aber bekanntlich nicht schläft, war Yamaha am Zug den soften Supersportler zu erneuern, indem man sich zurück ans Zeichenbrett setzte.

Yamaha R3 Leistung – 42 PS reichen für 190 km/h Spitze!

Der herrliche DOHC Zweizylinder mit einem Hubraum von 321ccm war bereits 2015 ein Traum und bedarf somit keiner Erneuerung. Er wurde direkt aus dem Vorgängermodell übernommen und lässt sich somit noch immer drehen, bis 12.500 Umdrehungen am nun digitalen Drehzahlmesser stehen. Die Leistung der R3 liegt bei 42 PS bei 10.750 U/min und 29,6 Nm bei 9.000 U/min, was mit der serienmäßigen Getriebeübersetzung für eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h sorgt. Hier ist besonders beeindruckend, dass der Zweizylinder alles andere als gequält wirkt, wenn man ihn am Limit bewegt – Vibrationen sind ebenso kaum vorhanden.

Denn die hohen Drehzahlen sind der Bereich, in dem der Motor der Yamaha R3 brilliert. Zwar liefert er in der Mitte des Drehzahlbands genügend Druck, um im Stadtverkehr entspannt mitzuschwimmen, ist man aber im freien Land im falschen Gang unterwegs, verliert man schnell den Anschluss zur Gruppe. Zudem ist die Gasannahme unter 5.000 Umdrehungen etwas grob geraten, weshalb bei langsamen Tempo, wie zum Beispiel im Stadtgebiet, das Ansprechverhalten sehr ruppig ausfällt und somit viel Unruhe in die Maschine bringt.

Sitzposition auf der YZF-R3: von komfortabel bis sportlich

Wie auch mit der neuen YZF-R125 verfolgt Yamaha mit der R3 die CC-Philosophie – also von City bis Circuit. Das soll bedeuten, dass die Maschine sowohl in der Stadt zum Pendeln, als auch für schnelle Rundenzeiten auf der Rennstrecke verwendet werden kann. Die Sitzposition macht es möglich, denn platziert man sich direkt vor den Tank, sitzt man sehr tief und aufrecht im Bike, was die Handgelenke fast vollständig entlastet. Denn auch wenn der Lenker der Yamaha 22 mm tiefer montiert wurde, wirkt die Geometrie der Yamaha dank des niedrigen Sitzes von 780 mm sehr entspannt. So entspannt, dass man sie beinahe für einen kompakten Sporttourer halten könnte! Der Kniewinkel ist durch den niedrigen Sattel aber relativ spitz, was dazu führte, dass selbst ich mit meinen kurzen Beinen nach unserer 150 Kilometer Tour Schmerzen unter dem Rennleder spürte.

Deutlich besser funktioniert die Yamaha YZF-R3 jedoch, wenn der Allerwerteste an das hintere Ende der nach vorne geneigten Sitzbank wandert und sich somit mehr Druck auf den Lenker verlagert. Dann lässt sich die Yamaha äußerst sportlich bewegen und solange der richtige Gang gewählt ist, vermisst man im Winkelwerk auch keinerlei Leistung. Insbesondere, da man mehrere Gänge ausdrehen kann, ohne direkt den Führerschein abgeben zu müssen!

Yamaha R3 Fahrwerk und Bremsen

Neben der Optik ist das neue Fahrwerk die größte Neuerung der kompakten Yamaha. Die konventionelle Telegabel fliegt raus und wird durch eine Kayaba 37 mm Upside Down Gabel ersetzt, das Federbein stammt nun ebenso von KYB. Im Vergleich zur neuen R125 ist die Abstimmung auf der großen Schwester deutlich komfortabler, aber trotzdem sportlich genug, um im Kuvenscheitel für genügend Feedback und Spaß zu sorgen – ein fairer Kompromiss aus beiden Welten. Besonders in schnellen Kurven mit Unebenheiten konnte die Yamaha mit ihrer Stabilität überzeugen. So macht das Spaß!

Der Spaß endete aber beim Verhalten der Vorderbremse. Wenn man so wie ich auf der Straße nur mit dem Zeigefinger bremst, stößt man bereits auf ein Hindernis, bevor die Verzögerung einsetzt: den eigenen Handschuh. Fairerweise muss ich dazu erwähnen, dass ich verstärkte Rennstreckenhandschuhe trug. Doch selbst dann sollte die Bremsverzögerung früher einsetzen und nicht von meinen Fingern blockiert werden. Nimmt man den Mittelfinger zur Unterstützung hat der Hebel genug Spiel, um die Bremsleistung der 292mm großen Einzelscheibe auf die Straße zu bringen, nur hat man durch den nicht verstellbaren Bremshebel keinerlei Möglichkeit dieses Problem während der Fahrt zu lösen.

 

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Die Yamaha YZF-R3 auf der Rennstrecke

Für eine durchwegs positive Überraschung sorgte die Yamaha YZF-R3 auf dem Circuit de la Ribera in der Nähe von Valencia. Nach der kleinen R125 konnten wir die neue R3 auf dem kompakten Rennkurs mit 20 Kurven für zwei 15 Minuten Turns ausprobieren. Auch wenn ihre Geometrie deutlich entspannter ist, als die ihrer kleinen Schwester, spricht vieles für die Yamaha R3 als Rennstreckenmotorrad. Mit Leichtigkeit lässt sich der Supersportler von Kurve zu Kurve wedeln und sobald der montierte Dunlop Sportmax auf Temperatur ist, schenkt die Yamaha ihrem Piloten viel Vertrauen für das Vorderrad. Die Kombination aus etwas höherem Lenker und der niedrigen Sitzbank bedeutet, dass viele Korrekturen über den Lenker gemacht werden können, während das Knie sogar mit kurzen Beinen schnell den Boden berührt. Selbst wenn man also nicht die schnellste Rundenzeit in den Asphalt brennt, gibt die R3 ein wahres Gefühl der Befriedigung, da sie sehr sicher und unkompliziert auf der Rennstrecke funktioniert. Die Yamaha YZF-R3 war zweifelsfrei mein Favorit des Trackdays und das obwohl uns ein echter Kracher erwartete.

Yamaha YZF-R3 Design folgt der R-Familie

Selbstverständlich ist das Thema der Optik immer eine Geschmackssache, doch mit dem Design der neuen YZF-R125 geht Yamaha definitiv in die richtige Richtung. Die Front mit ihren schicken LED Scheinwerfern reiht sich schön unter den stärkeren Modellen R6 und R1 ein, ohne übertrieben aggressiv wirken zu wollen. Die Bedienelemente inklusive Display wurden ebenso modernisiert, auch wenn das bedeutet, dass der große Drehzahlmesser der ersten Generation jetzt einem LCD-Display weichen muss – zwar modern, aber doch irgendwie schade. Dafür ist die Lesbarkeit der Anzeigen sehr gut und man wird mit allen Informationen versorgt, die man während der Fahrt braucht. Unter anderem auch mit einer Verbrauchsanzeige, die sich bei unserer sportlichen Fahrweise (abseits der Rennstrecke) bei circa 4,5 Liter/100km eingependelt hat. Deutlich sportlicher und hochwertiger wirkt auch die neue Gabelbrücke, die mit ihren Aussparungen der Yamaha M1 nachempfunden wurde.

 Quelle: 1000PS

Tags: Supersport