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YZF-R125 2019 Test

YZF-R125 2019 Test

Gewaltiges Upgrade für 2019

Yamaha kleinster Supersportler, die YZF-R125 hat bereits viele FahranfängerInnen mit höchsten Emotionen bewegt. Denn das Grundkonzept passt: ein in der Klasse durchzugsstarker Motor, eine sportliche Sitzposition und die dazu passende Optik. Für die Saison 2019 präsentiert uns Yamaha jetzt die neue R125, die wir in Valencia sowohl auf der Straße, als auch auf der Rennstrecke testen durfen! Ist die Yamaha mit der variablen Ventilsteuerung und ihrer Anti-Hopping-Kupplung unschlagbar?

Die Geschichte der Yamaha YZF-R125 begann von 10 Jahren, als das erste Modell dem Markt präsentiert wurde. 2014 wurde ein Update nachgeschoben, das einige Verbesserungen der Technik, sowie eine leichte Retusche der Optik mit sich brachte. Für 2019 legen die Japaner aber deutlich nach, denn auch wenn diverse Teile, wie der Deltabox Rahmen zum größten Teil unverändert blieben, ist die neue R125 ein vollständig neu entwickeltes Motorrad. Stichwort: Neuer Motor mit variabler Ventilsteuerung (VVA)!

Motor - Leistung und Höchstgeschwindigkeit

Das alte Aggregat der YZF-R125 hat schon im Vorgängermodell mit kräftigem Durchzug und einem sportlichen Charakter überzeugt. Doch was die Japaner in das neue Modell gepackt haben, ist schlichtweg faszinierend! Der 125ccm große Motor, der ganz nebenbei über ein neues Einspritzsystem, eine neue Airbox, ein breiteres Drosselklappengehäuse, ein verbessertes Kühlsystem, einen neuen Zylinderkopf sowie größere und dafür kürzere Einlass- und Auslassventilen verfügt, kommt ab 2019 mit einer variablen Ventilsteuerung. Eine Technik, die man meistens in deutlich stärkeren Modellen wie z.B. den neuen 1250er Boxermaschinen von BMW wiederfindet. Yamaha hat das VVA System (Variable Valve Adjustment) jedoch bereits im NMAX 155 verwendet, der uns in zentraleuropäischen Ländern aber verwehrt bleibt.

Doch genug Hintergrundwissen, nun zur eigentlichen Frage: was ist VVA und wie funktioniert es? Eigentlich ist es ganz simpel: bis 7.400 U/min öffnen und schließen sich die Ansaugventile durch eine reguläre Nockenwelle, die für gute Effizienz im Stadtgebiet sorgen soll. Ab 7.400 U/min schaltet sich eine schärfere Nockenwelle hinzu, welche die Ansaugventile deutlich weiter und somit länger öffnet, wodurch mehr Kraftstoffgemisch in die Brennkammer gelangt. Man kann es sozusagen als kleinen "Extraboost" in den höheren Drehzahlen sehen. Einen wirklichen Punch darf man sich durch das VVA aber nicht erwarten, doch wenn man genau zuhört, bemerkt man das Einsetzen des VVAs. Somit kommt die Yamaha YZF-R125 auf eine Leistung von 15 PS bei 9.000 U/min und ein Drehmoment von 12,4 Nm bei 8.000 U/min - also das Limit des A1 Führerscheins und genügend Bumms für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Vielleicht ist noch mehr möglich, doch mehr gerade Straße haben wir während unserer Tour nicht gefunden..

yzf r125 28Fahrwerk eines echten Supersportlers!

Eines muss man Yamaha lassen: die YZF-R125 wurde mit dem neuen Modell kein weichgespültes Motorrad, das nach viel aussieht aber wenig kann. Denn die R125 steht für Supersport – und das ohne Kompromiss. Das wird schon beim Kayaba Fahrwerk deutlich, das mit der Upside-Down Gabel und dem Federbein schon im Stand einen mächtigen Eindruck macht. Gemäß der CC-Philosophie (City and Circuit) von Yamaha wollen die Japaner damit sowohl ein Fahrzeug für die Stadt, als auch für den ersthaften Rennstreckenbetrieb auf die Beine stellen. Selbstverständlich muss man in Sachen Komfort deutliche Abstriche im Alltag machen: das Fahrwerk ist hart und Bodenunebenheiten werden mit einer gewissen Härte an den Piloten weitergegeben. Doch kauft man sich einen Supersportler, um königlichen Komfort zu genießen? Ganz genau, der Fokus liegt im sportlichen Fahrverhalten, das auch auf der Rennstrecke brillieren soll. 

yzf r125 22Inspiriert von großen Schwestern

Das neue Modell setzt auf eine deutlich schärfere Linie, die von den Topbikes R6 und R1 inspiriert wurde. Deutlich wird das im zerklüfteten Heck mit dem integrierten LED Rücklicht, das beinahe 1:1 von der R1 stammen könnte. Auch in der Front erkennt man der YZF-R125 eindeutig ihren Familienstammbaum an, während sie gleichzeitig mit ihren Doppel-LED-Scheinwerfern einen eigenen Weg geht. Die Ähnlichkeiten hören aber hier nicht auf: selbst der neue 11,5 Liter Tank ähnelt mit seiner kantigen Form und hübschen Details an die stärkeren Yamaha R-Modelle. Supersport-Fans dürfen sich auch auf eine erste Geometrie, sprich Sitzposition, freuen. Mit einer Sitzhöhe von 825mm liegt R125 nur 25mm unter der R6, was aber immer noch bedeutet, dass die Knie fast auf Höhe des Lenkers enden. Der Sattel lässt immerhin viel Bewegungsspielraum, weshalb man sich nahe am Tank positionieren kann. 

yzf r125 21Volle Verbesserung in der Schaltzentrale

Einen deutlichen Schritt nach vorne macht das neue Display des Yamaha Supersportlers. Nach einer „Hey Buddy“-Begrüßung zeigt einem das Mäusekino all die Daten und Fakten, die man während der Fahrt wissen will. Neben den Klassikern wie Tripzähler, Durchschnittsverbrauch, Ganganzeige, Schaltblitz, Drehzahl und Tempo verfügt der Bildschirm auch über eine VVA-Anzeige, die indiziert sobald die 7.400 U/min Marke geknackt wurde. Für meinen Geschmack dürfte der Drehzahlmesser jedoch analog sein, doch selbst auf Supersportlern scheint das ein aussterbendes Ausstattungsmerkmal zu werden. Als Entschädigung sehe ich die mit Aussparungen versehrte Gabelbrücke, die der Yamaha M1 nachempfunden wurde und ein echtes Racing-Gefühl. Die Lenkerstummeln lassen zudem keine Wünsche offen und die Verarbeitung der einzelnen Bedienelemente stellt voll und ganz zufrieden. Simpel, funktionell, gut.

Die Yamaha YZF-R125 auf den Straßen Spaniens

Unsere Testfahrt führte uns durch quer durch Valencia, gefolgt von mehreren Landstraßen, die von kleinen Dörfern unterbrochen wurden - also ein klassischer Pendlerweg mit einer gesunden Mischung aus Vollgas und engem Stadtverkehr. Schließlich will Yamaha die R125 genauso im täglichen Alltag, wie auf der Rennstrecke positionieren – CC Philosophie! Die Antriebseinheit hat brav gearbeitet und konnte mit sanftem Ansprechverhalten bei niedrigem Tempo und genügend Punch nach den Ortsschildern überzeugen. Natürlich kann man nicht von unglaublichem Vortrieb sprechen, für eine Achtelliter-Maschine aber sehr respektabel! Wie bereits erwähnt spürt man die Trackday-Auslegung im nur gering vorhandenen Komfort. Doch fehlender Komfort ist bei einem Supersportler ein nicht nennenswerter Kritikpunkt – soll es komfortabel werden, bieten sich andere Motorradklassen deutlich besser an. Das soll aber nicht heißen, dass die Yamaha YZF-R125 im Alltag nicht bestehen kann, denn selbst nach unserer 155km langen Tour stieg ich ohne großen Schmerzerscheinung aus dem Sattel der hübschen Maschine. Mit einem Gewicht von nur 142 Kilogramm fahrbereit lässt sie sich ebenso leicht durch Autoschlangen, sowie durch kurvige Straßenabschnitte wedeln.

 

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Der Circuit de la Ribera fordert die Fahrer, aber nicht die YZF-R125!

Um das Potential des kleinen Racers zu testen, lud uns Yamaha nach der Straßenausfahrt noch auf den Circuit de la Ribera in der Nähe von Valencia ein. Der kompakte Kurs verläuft über 20 Kurven und ist perfekt für kleine Kubaturen geeignet. Über insgesamt 5 Turns hat eine Meute an Journalistinnen und Journalisten die neue Yamaha R125 über die Strecke geprügelt, ohne jegliche Abnutzungserscheinungen an den Bikes zu erkennen. Kein Brake Fading oder Nachlassen des montierten Michelin Pilot Street. Während die Dimension in der Front mit 100/80-17gleichgeblieben ist, wurde der Schlapfen im Heck des 2019er Modells breiter. Mit 140/70-17 soll die Yamaha jetzt noch stabiler in der Kurve liegen, der Optik hilft der 140er Reifen allemal! Um eine Verbesserung zu merken, müsste man einen direkten Vergleich mit der Vorgängerin anstellen, doch enttäuscht hat die R125 auf keinen Fall. Außerdem kommt die 125er jetzt mit einer Anti-Hopping-Kupplung, die in jedem sportlichen Motorrad eine echte Bereicherung ist und auf der Rennstrecke sehr geschätzt wird. Die Bremse wurde für das neue Modell zudem verbessert, sodass man getrost erst kurz vor der Kurve den Anker werfen muss.

Zusammenfassend ist die Yamaha YZF-R125 in ihrer aktuellsten Ausbaustufe eine wahre Freude auf solch einer kompakten Rennstrecke. Dank ihrem niedrigen Gewicht lässt sie sich spielerisch von Kurve zu Kurve werfen und scheut auch nicht vor großer Schräglage inklusive Knieschleifen. Das Rezept für viel Spaß ist hier ganz einfach: spät bremsen, in die Kurve legen und spätestens am Kurvenscheitel den Hahn zu 100 Prozent öffnen. Immer Vollgas ohne Rücksicht auf Verluste. Die Yamaha machts mit, es ist eher der Fahrer, der nach dem fünften Turn die schnellen Wechselpassagen aus körperlicher Schwäche nicht mehr schafft.

Quelle: 1000PS

Tags: Supersport

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