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Yamaha

MT10 SP Testbericht

MT10 SP Testbericht

Bereits mit der MT-10 nahm Yamaha die etablierten Power-Naked Bikes der Europäer ins Visier – und erntete viel Lob. Das Topmodell MT-10 SP macht es noch besser, nicht genug, dass als Basis die Superbike-Rakete Yamaha YZF-R1 dient, die SP-Version greift auch noch auf das elektronisch verstellbare Öhlins-Fahrwerk der ultraexklusiven YZF-R1M zurück! Aber kann so viel Sportlichkeit in den Alpen überzeugen? Quelle: 1000ps.at

Die kurze und gedrungene MT-10 SP baut zwar nicht in allen Komponenten auf dem hauseigenen Sportler YZF-R1 auf, Optik und Chassis sind weit entfernt von der Rennstrecken-Rakete - doch gerade das Herzstück stammt direkt vom Superbike ab: Der Motor fasziniert mit einem einzigartig rauen Sound sowie Antrittsstärke von unten durch den typischen Hubzapfenversatz, der mit einer geänderten Zündfolge eben für diesen einmaligen Charakter sorgt. Die 160 PS und 111 Newtonmeter scheinen nur am Papier nicht an die Spitze der Power-Naked Bikes zu reichen, in Wahrheit wirkt und ist der Reihen-Vierer eben durch diese ungewöhnliche Zündfolge absolut konkurrenzfähig.

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Die MT-10 SP wirkt so kompakt wie ein Würfel!

Ein ultra-agiles, kompaktes Kraftbündel, das für mich immer wieder so gedrungen wirkt, als hätte es den Radstand eines Mopeds – und er fällt mit nur 1400 Millimeter tatsächlich sehr kurz aus. Einfach unglaublich, wie einerseits das kompakte Chassis für ein dermaßen agiles Handling sorgt, andererseits genau so viel Stabilität und Präzision bleibt, dass auch bei hohen Geschwindigkeiten keine Unruhe auftritt. Diese Tatsache bereitet mir so viel Spaß, dass ich über die Optik von zerklüfteter Front und eigenwilligem Heck (natürlich Geschmackssache) hinwegsehe und mich mehr an der wirklich gelungenen und hochwertigen SP-Lackierung und am meisten an den Fahrleistungen erfreue.

Die SP-Version derMT-10 hat einen Joker im Ärmel

Denn die SP-Version hat zusätzlich zu all diesen Talenten noch einen Joker im Ärmel: Während schon das Fahrwerk der herkömmlichen MT-10 für sportliche Einsätze gerüstet ist, legt die Yamaha MT-10 SP noch eins drauf – das elektronisch verstellbare Fahrwerk stammt von Öhlins und bietet den Luxus, vom Lenker aus das Ansprechverhalten der hochwertigen Komponenten vorne und hinten genauestens auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Damit eignet sich Yamahas sportlichstes Naked Bike auch für die Alpen mit manchmal schlechtem Straßenbelag. Denn in der Disziplin Haarnadelkurven macht ihr nicht so schnell jemand etwas vor.

Hochwertige Komponenten an allen Ecken und Enden der MT-10 SP

Schließlich passen auch Bremse und Elektronik ausgezeichnet zu diesem einerseits souveränen und doch extrem spielerischen Auftritt: Wer Sicherheit möchte, bekommt sie in Form von Traktionskontrolle, Fahrmodi und einer gut dosierbaren Bremse samt unauffälligem ABS. Wer es hingegen krachen lassen will, bekommt unbändige Power, ein Top-Fahrwerk in Schwedengold samt elektronischer Verstellung, ein unfassbar agiles Handling und insgesamt Spaß ohne Ende!

Fazit: MT-10 SP

Die Yamaha MT-10 SP begeistert mit einem hohen Maß an Perfektion in Kombination mit einer Wagenladung Emotion. Selten gelingt es japanischen Herstellern so tief in die Domäne der Europäer einzudringen. Das Motorrad fährt bei Bedarf sehr böse, kann aber auch ganz zivil im Stadtverkehr genutzt werden. On Top bekommt man noch mit dem elektronisch verstellbaren Öhlins-Fahrwerk auch noch viel Fahrkomfort spendiert. In Summe ein hervorragendes Universaltalent das deutlich mehr kann als nur böse auszusehen.

Vorteile

  • Eigenwilliger Sound
  • hochwertiges Fahrwerk und Chassis
  • angenehmer Windschutz
  • überraschend angenehme Sitzposition
  • tolles Ansprechverhalten vom Motor

Nachteile

  • keine Traktionskontrolle mit Gyrosensor - wäre das Sahnehäubchen bei ernstem Rennstreckeneinsatz
  • Schaltassistent nicht makellos