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Kawasaki News und Presseberichte

Z900 - MY 2020

Kawasaki Z900

Die aktualisierte Z900 bleibt ihren Stärken treu und bietet neben technischen Innovationen die nächste Stufe des Sugomi-Stylings. Für 2020 erhält sie darüber hinaus einen überarbeiteten steiferen Rahmen und neu abgestimmte Federelemente. Außerdem besticht sie durch die neuen Riding Modes (vier Kombinationen aus KTRC und Power Modi), TFT-Farbdisplay, Smartphone-Konnektivität via Bluetooth und sämtliche Beleuchtungselemente mit LED.

 

 
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Wählbare Power Modi

Der Fahrer kann zwischen zwei Power Modes wählen: "Full Power" oder "Low Power", der eine gemäßigtere Leistung von ca. 55% aufweist.

LED-Beleuchtung

Der neue Scheinwerfer, das Rücklicht, Blinker und die Nummernbeleuchtung sind mit LEDs ausgestattet und tragen zum geschärften Styling bei.

Neue Reifen

Die neuen Dunlop Sportmax Roadsport 2 Reifen tragen zum hervorragenden Handling der Z900 bei.

Sugomi-Design

Die bekannten Design-Merkmale der Sugomi-Philosophie bleiben bestehen. Sie werden durch gezielte Updates noch verstärkt und verleihen ein dynamisches Aussehen.

Smartphone Connectivity

Dank des in die Instrumenteneinheit integrierten Bluetooth-Chips kann der Fahrer eine Funkverbindung zum Motorrad herstellen. Über die Smartphone-App „RIDEOLOGY“ kann der Fahrer auf diverse Funktionen zugreifen. 

TFT-Farbdisplay

Das neue TFT-Farbdisplay verleiht dem Cockpit einen Hightech-Look. Das Display stellt diverse Informationen zur Verfügung (z. B. Ganganzeige, Schaltanzeige, Benzinstand, ECO-Anzeige und weitere Funktionen).

KTRC

Die fortschrittliche Traktionskontrolle von Kawasaki verbessert die Leistung beim sportlichen Fahren und vermittelt Sicherheit bei rutschigem Untergrund. Der Fahrer kann aus drei Stufen die jeweils passende wählen.

Wählbare Riding Modes

Der Fahrer hat die Möglichkeit, aus vier Riding Modes auszuwählen: Sport, Road, Rain und Rider. Jeder Modus stimmt die Traktionskontrolle mit einem Power Mode (Full / Low) ab. Im Mode "Rider" können die Einstellungen individuell kombiniert werden.

1000ps Bericht

Quelle: 1000ps.at

Die 2017 erstmals vorgestellte Kawasaki Z900 war und ist ein absoluter Top-Seller unter den Nakedbikes. Ihr Rezept ist dabei denkbar simpel: Ein kraftvoller Reihenvierer, einfachstes Handling sowie ein durchaus verlockender Preis. Daran gab es, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, auch kaum etwas auszusetzen. Genau um diese Ausnahmen haben die Grünen sich mit dem 2020er Update nun gekümmert. Ob es sich bei der aktualisierten Variante um eine effektive Verbesserung, oder eher doch bloß um eine bescheidene Frischzellenkur handelt, hat Kamerakind Schaaf für euch im Rahmen der Fahrpräsentation herausgefunden.

Die Vorfreude auf eine Testfahrerei ist selten so groß gewesen. Nicht nur, weil ich schon mit dem Vorgängermodell ausgesprochen viel Fahrspaß erleben durfte, sondern auch, weil pünktlich zu meiner Abreise der kalte Winter unsere Heimat Österreich erreichte. Die Flucht vor dem widerlichen Wetter mit Aussicht auf ein grandioses Nakedbike in der spanischen Sonne ließ mein Herz höher und vor allem auch schneller schlagen. Unglücklicherweise währte die Freude nicht all zu lange. Die spanische Sonne zeigte sich zwar sehr wohl über der Testdestination, der Costa Brava in der Nähe von Girona, das Thermometer jedoch kletterte nicht besonders weit nach oben. Doch schnell stellte sich heraus, dass ausgerechnet die kalten und feuchten Straßen eine ideale Testumgebung bieten sollten. Doch dazu später mehr.

LED-Beleuchtung

Kawasaki möchte mit der aktualisierten Z900 keine Revolution, sondern bloß eine Evolution vollführen. Der Charakter des Motorrads soll unverändert bleiben, die Sugomi-Naked möchte weiterhin als „Hardcore-Eisen“ erkannt werden. Der Motor wurde kaum angegriffen, die Spitzenleistung von 125PS (9.500 U/min) und 98,6Nm (7.700 U/min) bleibt gleich. Auch die Optik wurde nur dezent überarbeitet, eine andere Scheinwerfer-Maske, neue Blinker und Plastikverkleidungen, mehr nicht. Aus der Sicht des Piloten fällt eigentlich nur das TFT-Display auf, welches den alten und eher unhübschen „Rollertacho“ ersetzt. Ohne die nun vollständig vorhandene LED-Beleuchtung inklusive stylishen Positionslampen an der Front, wäre die neue Z optisch allerdings kaum von der alten zu unterscheiden. Und dennoch darf das aufgefrischte Sugomi-Kleid als gelungen bezeichnet werden, das Bike sieht schärfer aus, bereit, die Krone der Mittelklasse-Nakeds ins Visier zu nehmen.

TFT-Display

Exakt diese Nachschärfung ist eine wahrliche Wohltat. Die Z fährt sich unverändert gut. Einfachstes Handling, das keinen Kraftaufwand benötigt. Hohe Stabilität in schnellen Passagen, die sich aus der um nun 20mm höheren Sitzposition perfekt erleben lässt. Auf bzw. viel mehr IN der Kawa fühlt Mann und Frau sich einfach wohl. Und zwar so wohl, dass man ab und zu besser auch einen Blick auf den Tacho werfen sollte. Denn der 948 Kubik Reihenvierzylindermotor katapultiert einen bereits aus der Drehzahlmitte gewaltig nach vorne.  In Sachen Bedienbarkeit lassen sich die einzelnen Fahrmodi einfach während der Fahrt verstellen.  

Das Fahrverhalten

Dafür ist das gefühlte Vertrauen in die Maschine noch größer geworden. Nicht nur, weil der versteifte Rahmen das Feedback und die Stabilität weiter erhöht. So ist es wirklich ein erhebendes Gefühl, eindeutig erspüren zu können, was das Motorrad unter einem gerade macht. Auch die nun ab Werk montierten Dunlop Sportmax Roadsport 2 Reifen tragen zu größerer Sicherheit bei. Doch vor allem das ab sofort verfügbare elektronische Auffangnetz in Form der Kawasaki Traction Control lässt einen den Gashahn mit wesentlich mehr Selbstvertrauen aufreissen. Eigentlich hat die Z gar keine Sicherheitseingriffe dieser Art nötig, könnte man meinen. Denn der Motor entwickelt seine Kraft zwar schnell, doch gleichzeitig ausgesprochen linear und berechenbar, das Gummiband lässt grüßen. Auch die Gasannahme ist für ein Modell mit klassischem Gaszug grandios dosierbar und sanft, per modifizierter Einspritzung wurde auch hier nachgebessert. Aber trotzdem möchte ich die elektronischen Helferlein nicht mehr missen. Mir gefällt der Gedanke einfach, unser liebstes Hobby eine Spur sicherer zu gestalten.

Z900 mit Fahrmodi

Die KTRC lässt sich per Fahrmodus in drei verschiedenen Stufen einstellen. Im vierten Fahrmodus RIDER kann sie auch komplett abgeschaltet werden. Zusätzlich gibt es einen reduzierten Leistungsmodus, welcher den Poweroutput auf 55% seiner Ursprungsleistung reduziert. Probiert habe ich vor allem den ROAD Modus, der die volle Leistung und die Traktionskontrolle auf Stufe 2 verwendet. Ebenso war ich viel im SPORT-Modus unterwegs, bei voller Leistung und KTRC auf Stufe 1. Bloß den Rain-Modus habe ich persönlich nicht gebraucht, bei 55% Leistung und Traktionskontrolle auf der sichersten Stufe Nummer 3, da ging mir zu wenig vorwärts. Für Einsteiger und Wiedereinsteiger aber sicherlich eine nützliche Einrichtung, vor allem bei widrigen Fahrbahnverhältnissen.

Die Traktionskontrolle

Genau solche, also nasse und kalte Fahrbahnen, musste ich leider ausgiebigst befahren. Allerdings konnte ich so auf der einen Seite vom transparenten Feedback des Fahrwerks profitieren. Auf der anderen Seite konnte ich dann ebenso mehrfach erleben, wie die Traktionskontrolle arbeitet. Und zwar erstaunlich gut für ein System, das ohne elektronischen Gasgriff funktionieren muss. Die Eingriffe erfolgen über Drosselklappe und Zündung. Die meiste Zeit auf Stufe 2 blinkte die Kontrollleuchte zwar immer wieder auf, gespürt habe ich davon aber nichts. Nur bei provoziert-übertriebenen Gashahn-Melkvorgängen wurde weniger sanft und ein bisschen ruckartig eingegriffen. Auf Stufe 1 erspart die KTRC sich diese feinen Eingriffe eigentlich komplett und lässt leichte Rutscher zu. Die Züchtigung der zu forschen Gashand erfolgt erst kurz vor der Total-Katastrophe. Gut so, auch sportliche Fahrer werden sich im Einser-Modus nicht weiter bevormundet fühlen!

 

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Bremstest

Die halbschwimmenden 300mm Doppelscheiben vorne, bestückt mit zwei 4-Kolben-Bremssätteln, müssen fahrfertige 212kg entschleunigen. Der Initialbiss ist sehr ordentlich, der verstellbare Hebel lässt eine feine Dosierung erspüren. Bloß Bremsmanöver in höchster Geschwindigkeit, mit massivem Zug am Hebel, machen deutlich, dass man sich immer noch im Sattel einer Mittelklasse-Maschine befindet. Die allerletzte Vehemenz fehlt, was ich aber nicht einmal kritisieren möchte. Für richtig flotte Straßenfahrerei ist die Bremskraft mehr als ausreichend, erst im Wahnsinns-Modus wünscht man sich ein kleines Bisschen mehr. Die Z gehört auf die Straße, ohne jeden Zweifel, und dort hat der Wahnsinn ohnehin nichts verloren. Alles gut also.

Smartphone-Connectivity per Bluetooth

Ebenso nichts verloren hat mein Smartphone auf dem Motorradtacho. Mit dieser Meinung allerdings stehe ich auf relativ verlorenem Posten. Denn viele Piloten wünschen sich heutzutage Smartphone-Konnektivität. Diese wird nun per Bluetooth und Kawasaki Rideology-App geboten. Es lassen sich dann am Handy die diversen Motorradinfos wie Kilometerstand, Spritanzeige, Service-Erinnerungen etc. anzeigen, ebenso wie Anrufe und empfangene Emails. Den Statistikfreunden wird auch eine Log-Funktion geboten, der wilde Ritt lässt sich am Handy per GPS aufzeichnen. Wäre ich hauptberuflich Motorradjournalist, so hätte ich in diesem Aspekt wohl versagt. Ich habe die Smartphone-Verbindung nämlich nicht selbst ausgetestet, wahrscheinlich aus Prinzip nicht. Allerdings habe ich mir aus verlässlicher Quelle berichten lassen, dass die Konnektivität sich noch eher im Beta-Stadium befindet und derzeit am besten mit iOS Geräten klappt. Bis zum Verkaufsstart im Frühjahr 2020 soll der Betrieb aber reibungslos funktionieren, auch mit Android-Geräten.

Die Z900 ist bereit für EURO-5

Die Z900 selbst jedenfalls fährt reibungslos und wunderbar. Der Soundtrack aus dem für EURO-5 vorbereiteten Auspuff wurde auch ein wenig überarbeitet, zum herrlichen Ansauggeräusch gesellt sich jetzt ein heiser-klingender Unterton aus dem Endtopf hinzu. Noch kann legal also wirklich fantastisch klingen, damit wird in der nahen Zukunft aber wohl Schluss sein. Wer ernsthaft überlegt, sich ein motorisiertes Zweirad anzuschaffen, der möge es möglichst bald tun. Besser wird es nicht mehr. Und die Z900 stellt eine ausgezeichnete Wahl für alle Nakedbike-Fans dar, vor allem, weil in Österreich dafür tatsächlich weniger Geld notwendig ist, als für das Vorgängermodell. 10.499€ soll das Vergnügen hierzulande kosten, welches man sich in den Farben Grau/Schwarz, Grün/Schwarz, Weiß/Schwarz und Schwarz/Schwarz gönnen kann. Das deutsche Pendant wird dank fehlender NoVa entsprechend günstiger sein. Ebenso kann in Sachen Wartungskosten ein wenig gespart werden, das Service-Intervall wurde von 6000 auf 12000 Kilometer angehoben. Dies gilt ebenso für A2-Reiter, denn auch die neue Z wird es wieder als drosselbare 70kW Variante geben.

Ein Nakedbike für fast alle

Kawasaki selbst möchte mit der Z900 ein Motorrad bieten, das sowohl die entspannte Fahrt durch die Stadt, als auch die enorm-engagierte Anraucherei auf der Landstraße beherrscht. Ein enormer Spagat, den das Bike aber tatsächlich ohne jeden Zweifel hinbekommt. Zusätzlich schafft die Z in meinen Augen ein weiteres Kunststück, wenn es um die gebotene Bandbreite geht. Mir fällt kaum eine andere Maschine ein, die so bedienungsfreundlich und mühelos im Handling ist, auf der anderen Seite aber auch im schnellsten Fahrbetrieb nicht ins Schwanken gerät. Sie eignet sich somit sowohl für den gemütlichen Landstraßen-Genießer, als auch für den blutrauschigen Landstraßen-Vollstrecker. Ich selbst liege als Fahrer irgendwo zwischen diesen beiden Welten und war mit ihr jedenfalls in vollstem Maß zufrieden. Da konnte mich auch die Kleinigkeit der gebotenen Spiegel-Rücksicht, welche zu jeweils einem Drittel nur dem visuellen Studium meiner Ellbogen dienlich war, nicht aus dem Konzept bringen. Das geringe Verkehrsaufkommen auf den spanischen Straßen hat den Blick nach hinten glücklicherweise eh selten notwendig gemacht. Stattdessen gab es für mich den Tacho-freien Blick nach vorn, volle Kraft voraus, Glückshormon-Überflutung, und die eindeutige Einsicht, dass ich erneut der Magie der Kawasaki Z900 erlegen bin. Denn dieses Motorrad lässt mich komplett vergessen, dass ich in Wahrheit kein Reihenvierer-Sympathisant bin. Im Sattel der Z jedoch könnte ich zu einem werden. Und ganz bestimmt bin ich nicht der einzige, der sich nach einer Probefahrt sofort in sie verliebt. Die alte Z900 war eine ausgezeichnete Fahrmaschine. Die neue ist nun in der Gegenwart angekommen und sich gleichzeitig selbst komplett treu geblieben. Und somit eine ganz heiße Anwärterin auf die Krone der nackten Mittelklasse!

1000PS Dauertest

Quelle: 1000ps.at

Zuckerbrot und Peitsche

Die Z900 von Kawasaki kann sehr umgänglich, zugänglich und gemütlich fahren. Bei Bedarf wird sie aber auch zu einem sportlichen und bösen Streetfighter. Das Paradenakedbike ist 2020 besser als je zuvor.

Was für eine positive Überraschung. Nach der Rückkehr von den ersten Videoaufnahmen begann ich mich intensiver mit der Z900 zu beschäftigen. Beim Studium vom Preis war ich überrascht. Die Maschine kostet in Österreich bloß 10.499 Euro. Deutsche Leser werden hier gelangweilt die Nase rümpfen, doch hier in Österreich sind bei einer 900er noch jede Menge Steuern mit zu bezahlen. 125PS in einer solch leiwanden Verpackung kriegt man in Österreich im Jahr 2020 nur noch selten für knapp über 10 Flocken serviert. Damit endet die Testfahrt der Z900 mit einem weiteren positiven Erlebnis - nach einer Reihe von schönen Erfahrungen im Sattel.

Der Motor der Kawasaki Z900

Der 4-Zylinder Reihenmotor darf als japanisches Heimspiel bezeichnet werden. Diese Paradedisziplin beherrschen die Japaner einfach richtig gut und in der Z 900 steckt jede Menge Erfahrung mit drinnen. Wenn ein Hersteller einen Topseller auffrischt, dann fließt auch sehr viel Erfahrung, Kunden- und Werkstattfeedback in die Weiterentwicklung mit ein. Im Sattel darf man dann ein perfekt wirkendes Produkt genießen. Die Maschine kann bei unfassbar tiefen Drehzahlen komplett unbeeindruckt aus der 30er Zone genudelt werden. Der Einspritzanlage mit doppelter Drosseklappe sorgt hier für ein seidig weiches Ansprechverhalten. Die Motorsteuerung ist durchschaubar und präzise. Die Motorleistung steigt linear an und beginnt ab 4.000 U/min interessant zu werden. Doch dann beginnt das feurige Schauspiel erst. Die Maschine wirkt ab der Mitte aggressiver und drehfreudig. Sie schüttelt ihre zivilen Kleider ab und wird zu einem wilden Nakedbike. Die 125PS schüttelt sie locker aus den Ärmeln. Hubraum ist offenbar wirklich durch nix zu ersetzen.

Solide in der Praxis: Die Z900 Hardware

Die Bremsen wirken am Parkplatz erstmal lieblos. Die Sättel sind nicht radial montiert, werden von Nissin gefertigt und beissen vorne in zwei 300er Scheiben. Die gesamte Hardware wirkt beim ersten Eindruck bestenfalls wie Hausmannskost. Doch im Fahrbetrieb präsentiert sich das Teil deutlich sportlicher. Sie ist zwar gut dosierbar, hat aber auch einen knackigen Druckpunkt und eine tolle Bremsleistung. Damit repräsentiert die Bremse die wohl größte Stärke der Entwickler von diesem Motorrad. Einerseits hat man versucht den Preis so tief wie möglich zu halten. Alles was für ein tolles Fahrerlebnis nicht unbedingt nötig ist wurde weggelassen. Auf der anderen Seite fühlt es sich im Sattel aber niemals nach Kompromiss an. Alles wirkt stimmig, gut und hochwertig. Ähnlich das Bild beim Fahrwerk. Die Komponenten sind keine glänzenden Premiumteile, sind aber toll abgestimmt und vermitteln ein sattes und präzises Fahrgefühl. Die sportliche Kurvenhatz gelingt ebenso gut wie der Slalom durch den Großstadtdschungel.

Wobei vor allem in der Stadt der Fahrkomfort manchmal zu wünschen übrig lässt. Die Sitzbank lässt den Piloten immer ein wenig nach vorne rutschen, das Fahrwerk und die Sitzbank ist eher von der straffen Seite - eine Kombination welche für ein sportliches Nakedbike noch OK ist, aber im Alltagsbetrieb aber immer wieder mal nervt. Apropos nervig: Kawasaki hat der Z900 ein neues Display spendiert. Das schicke Teil wurde hübsch gestaltet, ist gut ablesbar und die kompakte Schaltereinheit am linken Lenker macht erstmal Freude. Doch für die Abstimmungsdetails ist eine unwürdige Fummelei am Cockpit nötig. Das wirkt etwas lieblos gemacht. Da passt auch die "Rideology" App gut ins Bild. Mit dieser lassen sich Fahrzeugdaten und rudimentäre Logging-Daten aus der Maschine auslesen. Die App ist ganz nett, doch wirklich Freude kommt bei der hölzernen Bedienung nicht auf. Hier ist noch Verbesserungspotential vorhanden. Da reiht sich Kawasaki aber bei den anderen Fahrzeughersteller ein. Viele sind sehr gut beim Gestalten von mechanischer Hardware und haben auch die Bordelektronik gut im Griff. Bei der Umsetzung von Software am Handy oder von User-Interfaces fehlen den Herstellern immer wieder Experten. Diese sind offenbar alle bei den großen Internet-Riesen unter Vertrag.

Jetzt auch serienmäßig für größere Leute passend: Die Z900

Also kommen wir zurück zur Hardware. Die Sitzposition kommt mir nun serienmäßig besser entgegen. Die Maschine wird mit einer etwas höheren Sitzbank ausgeliefert. Die tiefe Sitzbank gibt es im Zubehör. Man sitzt immer noch tief ins Fahrzeug integriert, aber mit einem entspannteren Kniewinkel als früher. Insgesamt fühlt man sich nun auch mit 185cm Körpergröße wohl im Sattel und genießt das tolle Setup vom Fahrzeug. Bei einem Nakedbike ist die Fahrwerksabstimmung eine große Herausforderung. Der Winddruck sorgt für viele Einflüsse vom Fahrer auf das Fahrzeug. Auf der anderen Seite möchte man ein handliches und agiles Fahrzeug bieten. Dieser Kompromiss gelingt selten gut. In dieser Preisklasse aber nirgendwo so gut wie bei der Z900. Die Maschine lässt sich flink durch die Radien bewegen. Sie wird aber auch mit einem leichten Vorderrad am Kurvenausgang nicht unruhig. Dabei fühlen sich erfahrene Gasgriffvirtuosen ebenso wohl wie vorsichtige Neueinsteiger.

Die Maschine rückt vor allem durch den tollen Motor mit 125PS eine Liga nach oben, doch das Fahrwerk kann hier als treuer Partner problemlos mithalten. Auf den Boden der Realität holen einen nur einzelne lieblose Details zurück. Der mager dimensionierte Lenker passt nicht ganz auf dieses prächtige und mächtige Nakedbike. Doch zum Glück sind nun zumindest sämtliche Leuchteinheiten und Blinker in LED Ausführung verbaut.

Fazit: Kawasaki Z900

Es ist erstaunlich wie viel PS, wie viel Motorrad und wie viel Freude im Sattel man für überschaubare Kohle im Jahr 2020 noch bekommt. Die Kawasaki überrascht uns auch dieses Jahr wieder mit einer rundum gelungen Z900. Sie ist ein hervorragendes Motorrad ohne viel Lametta aber mit einem kräftigen Herz und viel Charisma.
Vorteile
  • Kräftiger Motor
  • Angenehm zu dosierender Motor
  • Präzises Chassis mit einer guten Kombination aus Agilität und Stabilität
  • Nakedbike Feeling pur, unkompliziert, leiwand, cool
  • Einfach zu fahren, trotzdem bei Bedarf ein Adrenalinspender
Nachteile
  • einzelne lieblose Details
  • Cockpit fummelig zu bedienen

Technische Daten

 

Tags: Supernaked

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